Sauna-Etikette

Eine Sauna funktioniert nicht über Verbote, sondern über Rücksicht. Was hier steht, sind deshalb keine Vorschriften, sondern Überlegungen — damit alle wissen, worauf es ankommt, und selbst entscheiden können.

Deine Gesundheit

Wer eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hat oder hatte, klärt vorher mit der eigenen Ärztin oder dem eigenen Arzt, ob Saunieren in Ordnung ist. Jante Sauna geht davon aus, dass alle, die mitschwitzen, das getan haben. Wir fragen nicht nach — die Verantwortung dafür liegt bei dir, und wir trauen sie dir zu.

Es gibt keine Uhr

In der Sauna hängt bewusst keine Uhr. Wie lange du bleibst, entscheidet nicht die Zeit, sondern dein Körper. Lern, ihm zuzuhören: Schwindel, Übelkeit oder Unruhe sind keine Schwäche, sondern eine Ansage. Geh raus, wenn sie kommt — und ohne dich zu erklären.

Wasser, dann Alkohol

Pro Saunagang ein Glas Wasser. Wer das trinkt, darf auch etwas Alkoholisches trinken — wer es nicht trinkt, nicht. Das ist keine Schikane: Hitze entzieht dir Flüssigkeit, Alkohol ebenfalls, und beides zusammen auf einen ausgetrockneten Körper ist der häufigste Grund, warum in Saunen jemand umkippt.

Getränke im Saunaraum

Trinken im Saunaraum ist erlaubt. Zwei Dinge dazu: Nichts darf auf den Ofen oder ins Holz gelangen — verschüttete Getränke riechen tagelang und beschädigen die Bank. Und denk daran, dass Flasche und Inhalt in der Hitze richtig heiß werden.

Das Feuer gehört allen

Der Ofen wird mit Holz befeuert, und wer drinnen sitzt, kümmert sich mit darum. Zu viel Holz und es wird für die anderen unerträglich; zu wenig und das Feuer geht aus, während die nächste Runde schon draußen wartet. Schau ab und zu hin — das ist Teil des Saunierens, keine Zusatzaufgabe.

Aufguss

Du darfst einen Aufguss machen. Frag vorher die Runde, ob alle möchten. Nicht jede*r verträgt dieselbe Hitze, und wer gerade den letzten Gang macht, freut sich vielleicht nicht über einen kräftigen Guss. Sparsam mit dem Wasser: intensiv ist gut, unerträglich nicht. Und wenn danach jemand rausgeht, ist das keine Kritik.

Kinder und Jugendliche

Ist ein Kind oder ein*e Jugendliche*r dabei, gilt: rein und raus, so oft sie wollen. Niemand hält sie auf, niemand kommentiert es. Gleichzeitig schauen alle im Raum ein bisschen genauer hin — junge Körper reagieren anders auf Hitze, und die Aufmerksamkeit der Runde ist der beste Schutz, den es gibt.

Das Handtuch — und warum

In Deutschland hört man, das Handtuch sei da, damit kein Schweiß ins Holz geht. Das stimmt so nicht: Schweiß geht durch jedes Handtuch, und das Holz nimmt am Ende ohnehin alles auf. Der echte Grund ist ein anderer und ein einfacherer — die Bänke werden richtig heiß, und ohne Handtuch merkst du das sofort da, wo du sitzt. Dazu kommt: Du sitzt lieber auf deinem eigenen Stoff als auf einer nassen Bank. Beides sind Gründe, die für dich selbst gelten, nicht Vorschriften gegen dich.

Duschen musst du nicht

Vorher duschen ist bei uns keine Pflicht. Der Saunabus steht draußen, an den meisten Standorten ohne fließendes Wasser — eine Regel, die niemand einhalten kann, ist keine Regel. An den Standorten Urban Apes und Treib Gut findest du Sanitäranlagen, bei Urban Apes auch warme Duschen.

Textilstufen

Standard ist entspannt. Wer eine Textilsauna möchte, wählt sie beim Buchen: „Leicht“ heißt, alle tragen mindestens unten etwas; „Textil“ heißt, alle tragen oben und unten etwas — Männer wie Frauen, und das Oberteil der Männer bedeckt mindestens so viel wie das kleinste Oberteil im Raum. Der Sinn dahinter: „oben frei“ ist nur dann für alle da, wenn es auch für die gilt, die aus religiösen oder persönlichen Gründen nicht oben ohne können.

Aufeinander achten

Die Sauna ist ein Ort, an dem Menschen verletzlich sind. Anstarren, Kommentare über Körper, Anmache — all das hat hier nichts zu suchen, und wer es tut, wird gebeten zu gehen. Wenn dich etwas stört, sag es uns oder dem Saunawart. Frauen und FLINTA-Personen können beim Buchen eine eigene Session wählen.

Wenn es nicht passt

Wer sich wiederholt über das hier hinwegsetzt, kann von der Session ausgeschlossen werden. Das ist noch nie nötig gewesen, und wir gehen davon aus, dass es das auch nicht wird.